Green Steps ARK

8. FAQ für Gemeinden & Städte

8.1.Was bedeutet ARK (Activate – Restore – Know)?

Die ARK (Activate – Restore – Know) ist ein digitales und pädagogisches Rahmenwerk, mit dem Gemeinden Bürger:innen aktivieren, urbane Natur sichtbar und wirksam schützen und lokales Wissen systematisch aufbauen können.

  • Activate: Menschen werden zu aktiven Gestalter:innen ihres Lebensraums (Citizen Science, Bildung, Beteiligung).

  • Restore: Naturräume, grüne Infrastruktur und ökologische Funktionen werden kartiert, aufgewertet und langfristig gesichert.

  • Know: Lokales, ökologisches und kulturelles Wissen wird gesammelt, visualisiert und generationenübergreifend weitergegeben.

Die ARK verbindet damit Umweltbildung, Stadtökologie, Beteiligung und digitale Infrastruktur in einem System.


8.2. Welche Anwendungen bietet die ARK für Gemeinden und Städte?

Die ARK ist kein einzelnes Projekt, sondern eine skalierbare Infrastruktur, die je nach Entwicklungsphase und kommunalem Bedarf eingesetzt werden kann.


8.3.Das Zonenmodell der ARK 

Die ARK arbeitet mit einem pädagogisch-ökologischen Zonenverständnis, das Lernräume schrittweise erweitert:

Zone 0 – Schulgebäude

  • Innenräume als Startpunkt (Klassenzimmer, Aula, Werkstätten)

  • Reflexion, Vorbereitung, Auswertung

  • Verbindung von formaler Bildung mit realem Handeln

Zone 1 – Schulgarten / Schulaußenbereich

  • Niederschwelliger Einstieg in place-based learning

  • Beispiele:

    • Groovy Garden (Sek I): Gemüseanbau, Ernährung, Verantwortung

    • Healing Herbs (Sek II): Kräuterbeete + Humanbiologie & Medizin

  • Hohe Sichtbarkeit, geringe Hürden, schneller pädagogischer Impact

Zone 2 – Schulumgebung / Nachbarschaft / Grätzl

  • Straßenbäume, Innenhöfe, kleine Grünräume

  • Erste Schritte in Richtung Bürgerbeteiligung

  • Verbindung von Schule, Eltern, Nachbarschaft

Zone 3 – Gemeinde / Stadtteile / Bezirke

  • Zentrale Anwendungsebene für Gemeinden

  • ARK als:

    • Baumkataster 2.0 (öffentlich, pädagogisch, partizipativ)

    • Werkzeug für Umweltbildung, Klimaanpassung & Lebensqualität

  • Entwicklung von Routen, Lernorten und Trails

  • Grundlage für National Urban Park‑Konzepte
    → z. B. angebunden an https://www.nationalurbanpark.eu/

Zone 4 – Ökoregion

  • Landschaftsräume jenseits administrativer Grenzen

  • Beispiel: Mura Calling

    • Flusslandschaft als Lern‑, Kultur‑ und Naturraum

    • Verbindung mehrerer Gemeinden

  • Fokus auf ökologische Zusammenhänge, Wasser, Biodiversität

Zone 5 – Bioregion

  • Größter Maßstab

  • Entwicklung bioregionaler Identität

  • Menschen verstehen sich als Teil eines natürlichen Systems

  • Langfristige kulturelle Transformation


8.4. ARK für Gemeinden: konkrete Nutzen

1. ARK als Baumkataster 2.0

Im Gegensatz zu klassischen Baumkatastern (z. B. ArcGIS‑basierte Systeme):

  • öffentlich zugänglich

  • pädagogisch nutzbar

  • mobiloptimiert

  • mit Bürgerbeteiligung

  • verbindet öffentliche & private Grünräume

  • ergänzt ökologische Daten um:

    • kulturelle Bedeutung

    • Lerninhalte

    • Geschichten & Nutzungskontexte

➡️ Die Stadt wird zum offenen Lernraum statt zu einer rein verwalteten Fläche.


2. Unterstützung kommunaler Klimaanpassung

ARK‑gestützte Umweltbildung:

  • erhöht Akzeptanz für Klimamaßnahmen

  • macht grüne Infrastruktur sichtbar & schützenswert

  • erleichtert Verwaltungshandeln durch informierte Bevölkerung

  • verbessert Lebensqualität (Aufenthaltsräume, Gesundheit, Orientierung)


3. Soziales Kapital & Zusammenhalt

Für Gemeinden besonders relevant ist die dritte Entwicklungsphase der ARK:

  • Sichtbarmachung von Engagement

  • Anerkennung von Bürgerbeiträgen

  • generationenübergreifende Zusammenarbeit

  • Stärkung demokratischer Teilhabe

Die ARK macht Beteiligung messbar, sichtbar und wertschätzbar – ein zentraler Hebel für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

 

 


8.5. Welche Voraussetzungen braucht eine Gemeinde für die ARK?

  • politische Grundoffenheit

  • mindestens ein engagierter Knotenpunkt (Schule, Verein, Verwaltung)

  • Bereitschaft zu Transparenz & Beteiligung

  • kein hoher finanzieller Einstieg notwendig

Erfolgsfaktoren:

  • unterstützende Verwaltung

  • klare Kommunikation

  • Kooperation zwischen Bildung, Umwelt & Stadtentwicklung


8.6.Welche Hürden gibt es?

  • siloartiges Denken in Verwaltungen

  • Angst vor Kontrollverlust

  • fehlende Schnittstellen zwischen Bildung & Umweltplanung

➡️ Die ARK adressiert genau diese Hürden durch ein gemeinsames, sichtbares System.


8.7. Zusammengefasst

Die ARK (Activate – Restore – Know) ist für Gemeinden:

  • ein Beteiligungswerkzeug

  • ein Bildungsinstrument

  • ein Schutzsystem für urbane Natur

  • eine Investition in sozialen Zusammenhalt

und ein Brückenschlag zwischen Verwaltung, Bildung und Zivilgesellschaft.

9. Die ARK in der Praxis – Nationalpark Stadt


9.1. Was ist ein „Nationalpark Stadt“ (National Urban Park)?

Ein Nationalpark Stadt ist ein Schutz‑, Lern‑ und Erfahrungsraum im urbanen Gebiet. Ziel ist es, bestehende grüne Infrastruktur (alte Bäume, Gewässer, Biotope, Grünachsen) sichtbar zu machen, zu vernetzen und langfristig zu schützen – mit breiter Bürgerbeteiligung. Im Unterschied zu klassischen Nationalparks entsteht ein Nationalpark Stadt meist bottom‑up und ist eng mit Bildung, Stadtentwicklung und Klimaanpassung verbunden.


Das Pilotprojekt ist hier abzurufen: 👉 https://www.nationalurbanpark.eu/


9.2. Wie unterstützt die ARK Nationalpark‑Stadt‑Projekte?

Die Green Steps ARK dient als digitales Rückgrat für Nationalpark‑Stadt‑Initiativen. Sie ermöglicht:

  • die Kartierung urbaner Natur (Points of Interest, alte Bäume, Lernorte),
  • die Organisation von Trails, die Grünräume verbinden,
  • Gamified Learning durch Quizzes, Challenges und Abzeichen,
  • Massive Open Participation: viele Menschen können gleichzeitig beitragen,
  • die Sichtbarmachung von Engagement (Lern‑ und Aktivitätsstunden, Rollen).

So wird die Stadt als erweiterter Lernraum und Ökosystem erfahrbar.


9.3. Was war das Besondere am Projekt „Nationalpark Stadt St. Pölten“?

Im Projekt Urban National Park St. Pölten wurde die ARK eingesetzt, um:

  • grüne Infrastruktur gemeinsam mit Bürger:innen und Schüler:innen zu kartieren,
  • über 30 thematische Trails zu entwickeln, die alte Bäume verbinden,
  • mehr als zwei Dutzend neue Naturdenkmäler vorzubereiten,
  • Schüler:innen als informelle Ranger (BFG Guardians)

Das Projekt zeigt, wie Gamification, Bildung und Stadtentwicklung zusammenwirken können, um Klimaanpassung kulturell zu verankern.


9.4. Welche Rolle spielt Bildung im Nationalpark‑Stadt‑Ansatz?

Bildung ist kein Begleitprogramm, sondern Kern des Konzepts.


Schüler:innen erforschen, gestalten und schützen ihre Stadt aktiv. Dadurch entsteht:

  • place‑based learning (ortsbezogenes Lernen),
  • Sinnstiftung und Verantwortungsübernahme,
  • eine wachsende bioregionale Identität.

Der Lernraum erweitert sich von der Schule auf die Stadt als Ökosystem.


9.5. Welche Voraussetzungen braucht ein erfolgreiches Nationalpark‑Stadt‑Projekt?

Erfahrungen aus St. Pölten zeigen folgende Erfolgsfaktoren:

  • politischer Rückhalt und offene Verwaltung,
  • Schulen als aktive Partner,
  • zivilgesellschaftliche Organisationen (Vereine, Initiativen),
  • niederschwellige Beteiligungsmöglichkeiten,
  • ein digitales System wie die ARK, das Beiträge bündelt und sichtbar macht.

Hürden sind meist fehlende Koordination, unklare Zuständigkeiten oder rein top‑down gedachte Prozesse.


9.6. Für wen ist der Nationalpark‑Stadt‑Ansatz geeignet?

  • Städte und Gemeinden jeder Größe
  • Schulen aller Schulstufen
  • NGOs, Umwelt‑ und Bildungsinitiativen
  • Stadtverwaltungen mit Fokus auf Klima, Grünraum und Beteiligung

Der Ansatz ist skalierbar und an unterschiedliche lokale Kontexte anpassbar.