Green Steps ARK

10. FAQ Technologie & technologische Herausforderungen


10.1. Was bedeutet „angemessene Technologie” in Bezug auf ARK?

Angemessene Technologie ist Technologie, die sozial, ökologisch und organisatorisch auf die lokalen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

ARK ist als freie Open-Source-Software entwickelt, hat einen modularen Aufbau und ist so konzipiert, dass es von Gemeinden, Schulen und Initiativen dezentral, aber vernetzt genutzt werden kann. Sie unterstützt ortsbezogenes Lernen, ist aber nicht das Medium, über das das Lernen stattfinden soll.

 

Wir sollten nicht vergessen, dass die moderne Lernwissenschaft, die bei der Entwicklung der meisten Bildungstechnologien ignoriert wird, uns lehrt, dass Lernen dann optimal ist, wenn es nachhaltige zwischenmenschliche Beziehungen, emotionale Verbindungen, Verkörperung und dynamische interaktive praktische Erfahrungen beinhaltet. Basierend auf den besten Erkenntnissen über die Dynamik des Lernens sollten Bildungstechnologien Menschen zusammenbringen, anstatt sie vor Bildschirmen zu isolieren. Technologien sollten uns helfen, das Lernen zu personalisieren und einen universellen Zugang zu Informationen durch nützliche, gut organisierte und kuratierte Inhalte zu ermöglichen. Sie sollten nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen oder die Hauptquelle für Interaktion und Unterricht sein.[i]


10.2. Was ist Green Steps ARK aus technologischer Sicht?

Green Steps ARK ist eine kostenlose und quelloffene (AGPL) Webplattform, die digitale Gemeingüter mit realen Gemeingütern verbindet. Sie kombiniert Kartierung, Lernmanagement, Gamification und Bürgerwissenschaft in einem einzigen System, das für Schulen, Kommunen und Gemeinden entwickelt wurde.


10.3. Wie unterscheidet sich ARK von herkömmlicher Schulsoftware (SIS)?

ARK ersetzt nicht die Schülerinformationssysteme (SIS), sondern ergänzt sie.

Während SIS-Tools den Schulunterricht in Innenräumen verwalten (Anwesenheit, Stundenpläne, Noten), fungiert die ARK als Lernmanagementsystem für den Außenbereich, das Lernaktivitäten über Projekte und reale Orte hinweg organisiert und das Bewusstsein für Systeme fördert.


10.4. Wie wird die ARK von Gemeinden und Städten genutzt?

Für Gemeinden fungiert die ARK als Baumbestand 2.0:

  • Importiert oder ergänzt bestehende Baum- und Naturinventare
  • Macht Daten öffentlich zugänglich und mobilfreundlich
  • Ermöglicht die Beteiligung der Bürger an der Kartierung und Verwaltung
  • Fügt pädagogische, touristische und spielerische Ebenen hinzu
  • Clustert Daten zu Lernrouten und -pfaden

10.5. Welche Technologien werden verwendet?

  • Webbasierte Full-Stack-Anwendung
  • Open-Source-Architektur (AGPL)
  • Kartierung und Integration von Geodaten
  • Gamification und rollenbasierte Benutzersysteme
  • API-basierter Datenimport (z. B. Datensätze von Behörden, Biodiversitätsdatenbanken)
  • Wiki-basierte Dokumentation
  • Modulare Architektur, vorbereitet für die Föderation

10.6. Wie geht die ARK mit Geodaten und Naturdaten um?

Naturelemente (Bäume, Lebensräume, Arten, Sehenswürdigkeiten) werden:

  • von Nutzern durch Beobachtung manuell erstellt
  • aus bestehenden kommunalen oder behördlichen Datensätzen importiert
  • in Gemeingüter, Routen, Zonen und Bioregionen gegliedert
  • mit Metadaten zu Bildung, Kultur und Ökologie angereichert

10.7. Was versteht man unter einem „menschenbezogenen Internet der Natur”?

Anstatt sich hauptsächlich auf Sensoren und IoT-Geräte zu verlassen, legt ARK den Schwerpunkt auf menschliche Beobachtung, Pflege und Lernen als primäre Datenquelle. Menschen generieren Daten, indem sie die Natur besuchen, kartieren, beobachten und pflegen, wodurch sie zu aktiven Akteuren statt zu passiven Konsumenten werden.

 


10.8. Wie unterstützt ARK die Beteiligung der Bürger?

  • Offene Beiträge zur Kartierung und Dokumentation
  • Sichtbare Zuordnung von Beiträgen
  • Gamifizierte Wertberechnung für Ökosystemdienstleistungen
  • Moderatorenrollen in der Community (Commons-Mentoren, Ökoregions-Mentoren)
  • Öffentlicher Zugang unabhängig von Grundstücksgrenzen

10.9. Wie unterstützt ARK die Bildung technisch?

  • Nahtlose Erweiterung von Innenunterrichtsräumen in die Schul-/Gemeindeumgebung
  • Projektbasierte und ortsbezogene Lernabläufe
  • Gamifizierte Visualisierung des Fortschritts
  • Alternative Leistungsbewertung über das Wachstum der bioregionalen Identität
  • Integration in bestehende Schulstrukturen ohne Herstellerabhängigkeit

10.10. Was sind derzeit die wichtigsten technischen Herausforderungen?

  1. Benutzerfreundlichkeit und UX
  2. Vereinfachung der Einarbeitung, Rollenführung und Navigation für neue Benutzer.
  3. Stabilität und Leistung
  4. Reduzierung der technischen Schulden, Verbesserung der Testabdeckung und Ladegeschwindigkeit.
  5. Datenimport
  6. Standardisierung und Vereinfachung des Imports heterogener öffentlicher Datensätze.
  7. Barrierefreiheit
  8. Verbesserung der Unterstützung für Nutzer mit Behinderungen.
  9. Entwicklererfahrung
  10. Bessere Dokumentation, Containerisierung, Tests und Onboarding für Mitwirkende.

10.11. Was ist eine große mittelfristige Herausforderung für die Entwicklung?

Die Erstellung von standardmäßigen bioregionalen Lernpaketen unter Verwendung von Biodiversitätsdatenbanken (z. B. GBIF), damit Gemeinden nicht jahrelange lokale Forschung betreiben müssen, um ihr ökologisches Grundwissen zu definieren.

Die Einführung eines versuchsweisen verteilten Wertbuchhaltungssystems (DVA), das auf Gemeinde- und Gemeingutebene genutzt und angepasst werden kann.


10.12. Ist das ARK föderiert oder dezentralisiert?

Derzeit läuft das ARK als einzige gemeinsame Instanz, um ein vernetztes Lernnetzwerk aufzubauen.

Die Architektur ist für einen föderierten Betrieb in späteren Phasen vorbereitet, um eine dezentrale Verwaltung und Widerstandsfähigkeit zu ermöglichen.


10.13. Wie wird mit Datenbesitz umgegangen?

  • Die Software wird als digitales Gemeingut entwickelt.
  • Keine proprietäre Bindung
  • Erforschung kollektiver Eigentumsmodelle (z. B. Genossenschaften)
  • Transparenz und Wiederverwendbarkeit durch Design

10.14. Wie sieht die langfristige technologische Vision aus?

Aufbau eines föderierten, sozialen Lern‑, Beteiligungs‑ und Qualifizierungssystems, das:

  • Bildung, Verantwortung und Governance miteinander verbindet
  • Von Schulen über Nachbarschaften bis hin zu Städten und Bioregionen skalierbar ist
  • das Sozialkapital durch sichtbare Beteiligung stärkt
  • die digitale Infrastruktur im realen Ökosystem verankert

[i] https://www.whatisemerging.com/opinions/covid-19-a-war-broke-out-in-heavenhttps://www.whatisemerging.com/opinions/covid-19-a-war-broke-out-in-heaven